Ronit Porat // Artist meets Archive // März-Mai 2019

 

In ihren Fotografien beschäftigt sich die israelische Künstlerin vor allem mit Archivmaterialien aus dem Deutschland der Zwischenkriegszeit und aus Kibbuz-Archiven. Ihre Collage-artige Vorgehensweise kann in Teilen einer Dadaistischen Photomontage-Methode zugeordnet werden. Diese durch Beschnitt veränderten Bilder, sowie persönliche Fotografien verwendet Porat, um neue Erzählungen entstehen und historische Grenzen in ihren Installationen sichtbar werden zu lassen. Anhand der vorgefundenen ‚fotografischen Spuren und Reste‘ sind Porats Arbeiten mit psychologischen, emotionalen und geschlechtsspezifischen Aspekten aufgeladen und verweisen dabei auch auf Konzepte von Herkunft, Einflussnahme und Reproduktion.

Im Speziellen untersucht sie die transparenten Grenzen von Gender und Gleichstellung in Europa bis in die späten 30er Jahre, als die Vorstellungen einer befreiten ‚Neuen Frau‘ in der Öffentlichkeit populär und die Kamera zu einem persönlichen Forschungswerkzeug wurde, das die Identität dieser Frauen in den Fokus stellte. Auch der Zweite Weltkrieg und die Notwendigkeit, Geschichten und Dokumente zu bewahren, weiterzugeben und sich damit verantwortungsvoll auseinanderzusetzen, spielen im Werk von Ronit Porat eine wichtige Rolle.

Ronit Porat ist Künstlerin im Photoszene Programm „Artist meets Archive“ in Kooperation mit dem Kölnischen Stadtmuseum, dem MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln, dem Museum Ludwig, dem Rautenstrauch-Joest-Museum, dem Rheinischen Bildarchiv Köln und der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur. Sie recherchiert für Ihre Ausstellung zum Photoszene-Festival im Mai am Kölnischen Stadtmuseum.

 

 

Ronit Porat (*1975 im Kibbutz Kfar Giadi, Nord-Israel) lebt und arbeitet in Tel Aviv. Sie hat Fotografie und Digitale Medien am Hadassah College in Jerusalem, sowie Bildende Kunst an der Chelsea School of Art and Design in London studiert.