Khanyisile Mbongwa // „Blueprint“ // Mai-Juni 2018

 

When there is Nowhere to go, Where is Home?

Blueprint ist als kuratorisches Forschungsprojekt angelegt, das sich mit dem historischen Vermächtnis und zukünftigen Möglichkeiten von öffentlichem Raum befasst. Dabei stellt Khanyisile Mbongwa Fragen wie: Was ist öffentlicher Raum? Wer ist die Öffentlichkeit? Wie erschaffen wir öffentlichen Raum?

Bei der Betrachtung von Raum werden unweigerlich auch Fragen der Identitätskonstruktion aufgeworfen. So führt etwa Robert Parks aus “(…) das beständigste und, im Großen und Ganzen auch das erfolgreichste Bestreben des Menschen ist es, die Welt in der er lebt seinen Vorstellungen anzupassen. Und schließlich, im Gestalten der Stadt, hat der Mensch sich selbst neu erfunden.” Unter diesem Gesichtspunkt wird das Nachdenken über Raum auch zum Nachdenken über historische Entwicklungen. Oder, mit den Worten von Karl Marx, “Die Menschheit erschafft ihre eigene Geschichte, jedoch nicht so wie es ihr beliebt; sie erschafft sie nicht unter selbst gewählten Bedingungen sondern unter Bedingungen die bereits existieren, vorgegeben und übertragen aus der Vergangenheit.”

Ziel von Blueprint ist es, Überschneidungen und Gemeinsamkeiten zwischen den Kontinenten zu finden, während wir menschliche Bewegungen, sowohl aus historischer als auch aus aktueller Perspektive im Zusammenhang mit Visionen und Umsetzung von Öffentlichem Raum untersuchen.

Musik und Sound, Tanz und Performance werden inform von öffentlichen Interventionen eingesetzt, um mit der Auffassung von Raum als ein Archiv von Erinnerungen, Geräuschen und Bewegungen zu spielen. Mit diesen Mitteln werden emotionale Reaktionen des physischen Körpers herausgefordert, der sich täglich durch komplexe und nuancierte Vorstellungen von Selbst und Anderem, Heimat und Fremde, kolonialem Vermächtnis und dekolonialisierenden Tendenzen unserer Zeit bewegt.

 

 

 

Mbongwa beruft sich schließlich auf Liebe als Strategie und als politischen Raum, um neue Vorstellungen, globale und diasporische Identitäten zu stärken. Rückblickend auf diejenigen Menschen, die entweder als Sklaven oder als Flüchtlinge über das Wasser zu uns gekommen sind und in umkämpften und prekären Umständen leben, stellen sich wiederum die Fragen:

Was ist öffentlicher Raum? Wer ist die Öffentlichkeit? Wie erschaffen wir öffentlichen Raum?

Als Partner konnten wir die International Library of African Music at Rhodes University in Kapstadt bestätigen, die den teilnehmenden Künstlern, Performern und Musikern ihr Archiv zur Recherche und Verwendung im Rahmen des Projektes zur Verfügung stellt. Afrikanische Geräusche und Musik und ihre Einflüsse auf die alltäglichen Rhythmen unserer Zeit, stellen somit die Grundlage aller Beiträge dar, werden aber von lokalen Künstlern interpretiert und ortsspezifisch eingesetzt.

Save the dates:

Veranstaltungen:

∙ Mittwoch, 16. Mai, 19-23 Uhr, Dinner Party

∙ Sonntag, 27. Mai, 12-16 Uhr, Brunch

∙ Samstag, 16. Juni: 16-20 Uhr, kuratierte Präsentation AIC (Art Initiatives Cologne)

∙ Mittwoch, 16. Mai, 19-23 Uhr, Dinner Party

Performance:

Samstag, 23. Juni, 17-21 Uhr

 

Khanyisile Mbongwa (*1984, Gugulethu) lebt und arbeitet als Künstlerin und Kuratorin in Kapstadt. Während sie sich zunächst im Township Gugulethu autodidaktisch künstlerische Praktiken und Themen aneignete, absolviert sie zur Zeit das Masterstudium Interdisciplinary Art, Public Art and Public Sphere am Institute of Creative Art/University of Cape Town (UCT) .

Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf Performance und dem Re-Imaginieren psychologischer und physischer Räume. Dazu gehören auch Themen wie Kunst als kreativer und intelektueller Prozess, die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen un dpolitischen Bedingungen von Rasse, Geschlecht Sexualität und geografischer Herkunft. Auch ist die Arbeit mit Jugendlichen permanenter Bestandteil ihrer Projekte, insbesondere des von ihr gegründeten Mentorship Programms ‘KM Studio’, in dessen Kontext sie jedes Semester einen anderen Jugendlichen aus Gugulethu einen Platz in ihrem Atelier zur Verfügung stellt.

Mbongwa unterscheidet in ihrer Arbeit nicht zwischen künstlerischer und kuratorischer Praxis. Vielmehr gehören beide Komponenten und Ausdrucksformen zu ihrem Repertoire als Produzentin. 2017 war sie künsterlische Leiterin des Festivals “Puncture Points” und seit 2014 in die Konzeptionierung des “Life Art Festivals” in Kapstadt eingebunden. 2016 kuratierte sie “What Will We Tell Freedom?”, ein Happening mit performativen Interventionen im Öffentlichen Raum im Rahmen des Festivals “Infecting The City”.

Ihre performative Installation “Umnikelo Oshisiwe” war 2016 Teil des Afrika Festivals in Sao Paulo, Brasilien, und dem BONE19Festival in Bern, Schweiz. 2015 war Mbongwa Ehrengast der Liste Art Fair Basel, wo sie einen Stand mit Arbeiten der südafrikanischen Künstler Buhlebezwe Siwani, Astrid Gebhardt und Breeze Yoko kuratierte.

2013 kuratierte sie “Demonstrations: Performing Being Black” in der Brundyn+ Gallery, eine zweiteilige Ausstellung mit Fotografien, Installationen und Performances in der Galerie sowie an öffentlichen Plätzen im Township. 2012 erhierlt sie, zusammen mit dem verstorbenen Künstler Unathi Sigenu, den MTN New Contemporary Artist Award. Mbongwa war 2008 Vorstandsmitglied des Visual Arts Network of South Africa (VANSA) und bis zum letzten Jahr Executive Director des Handspring Puppetry Trust.

mit freundlicher Unterstützung von: