Adam J. Scarborough // “Imagining-No-Place” // Oktober-November 2015

 

Während seines Projektes “Imagining-No-Place” lud Adam J Scarborough dazu ein, eine “Community” der Zukunft zu entwerfen.

Das Podium war eine mobile Insel, die an Öffentlichen Plätzen in der Kölner Innenstadt in Form von pop-up Aktionen Station machte. Bepackt mit diversen Materialien zur Reise in die Zukunft, fungierte die “Insel” dabei als eine Art performative Anregung für Gespräche mit Passanten zu ihrer Vorstellung von Nachhaltigkeit und Visionen der Zukunft bzw. eines idealen Ortes und einer idealen Gesellschaft.

“Was für eine Form von Nation würden wir uns wünschen?”, “Wie würde eine mögliche Verfassung aussehen?”, “Wie und wovon würden wir uns ernähren?”, “Wie und welche Energieressourcen würden wir nutzen?”, “Wie würde unsere Flagge aussehen?”, “Wie wäre unser Klima?”, “Wie und welche Technologie würden wir nutzen?“

Wir leben in einer Welt der kontinuierlichen Veränderungen und Herausforderungen: von unserem politischen System fühlen wir uns nur teilweise repräsentiert; neue Formen der Energienutzung scheinen fern oder gar unerreichbar; unser Nahrungssystem wird immer weniger nachhaltig; neue Migrationsmodelle üben größeren Druck auf Ressourcen aus; Bildungssysteme werden marktorientierter und weniger zugänglich für Menschen mit niedrigem Einkommen; soziale Absicherung wird im Zuge zunehmender Privatisierung durchlässiger.

Wie können wir einen Weg finden, um mit diesen Themen in nachhaltiger und produktiver Form umzugehen?

Adam J Scarborough (*1984 in Natwich, UK) studierte kreatives Schreiben und Theaterwissenschaften an der University of Glasgow. In seiner Arbeit spielen Text, Performance und Interaktion eine wesentliche Rolle – Kunst versteht er dabei als Möglichkeit der Kommunikation und des gesellschaftlichen Wandels. Die Aktivierung öffentlicher Meinungsbildung und Beteiligung an politischen Entscheidungen ist ein durchgängiges Thema in Scarboroughs Arbeit. Häufig nutzt er Installationen oder Performances als spielhafte Katalysatoren zur Beförderung von “direct action” bzw. “live democracy”. Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit ist er Teil des Center for Artistic Activism CAA (www.artisticactivism.org, New York, USA) wo er als Community Organizer internationale Projekte koordiniert und “Creative Activism Workshops” organisiert. Hier ist er insbesondere für die Kommunikation zwische Künstlern und Aktivisten zuständig. Scarborough war bisher in nationalen und internationalen Ausstellungen vertreten, wie etwa dem BE Festival (Birmingham), first-site (Colchester), Xero, Kline & Coma (London), chashama (New York City) and MeetingInZdonov (Zdonov, Tschechien). Zur Zeit lebt und arbeitet er in Madrid.