PLAY/III Video- & Performance-Festival // Juni-Juli 2017

 

Das Video- und Performance-Festival Play wurde von den Veranstaltern Galerie ampersand und CAT Cologne 2013 gegründet. Das Festival findet als Biennale alle zwei Jahre unter verschiedenen Schwerpunktsetzungen statt. Der Festivaltitel “Play” verweist in seiner Mehrfachbedeutung einerseits auf die Play-Taste der Video-Abspielgeräte andererseits aber auch auf das Theaterstück, welches das genealogische Bindeglied zwischen Video- und Performancekunst darstellt. Zudem versteht sich der Festivaltitel “Play“ auch als Aufforderung zum Spielen und somit als genreübergreifender künstlerischer Imperativ.

PLAY/III – 30. Juni – 2. Juli 2017

Interaktionsräume / Extended Stages
Der dritte Teil des Festivals, der 2017 stattfinden wird, läuft unter dem Schwerpunkt Interaktionsräume. Ziel des Festivals ist es die unterschiedlichen Interaktionsräume in denen Videos und Performances auf den Rezipienten treffen, zu erforschen darzustellen und zu reflektieren. Diese reichen von der klassischen Präsentation einer Videoinstallation, die im Ausstellungsraum der Galerien erfahren werden kann, bis zu interaktiven Formaten, die ausschließlich online abgerufen werden können. Diese Schwerpunktsetzung erfolgt vor allem vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sich Video als Kommunikationsmedium in den letzten Jahren inflationär ausweitet und immer stärker in die Sphäre des öffentlichen Raums vordringt.

Art / Spaces
In den Galerien und Veranstaltungsräumen der Initatoren (Galerie ampersand, CAT Cologne, W57) werden Arbeiten gezeigt werden, die nur vor Ort in ihrer räumlichen Präsenz erlebt werden können. Hierzu zählen beispielsweise skulptural-installative Arbeiten sowie 3D-Arbeiten, die nur als ein mit dem Betrachter interagierendes Raumerlebnis funktionieren.

Public / Spaces
Ein großer Teil des Festivals wird außerhalb des abgeschirmten Kunstbereichs unserer Galerien stattfinden und in den öffentliche Raum vordringen. Im Vordergrund steht hierbei die Fragestellung inwieweit Arbeiten aus den Bereichen Video- und Performance sich dazu eignen mit einem Publikum zu interagieren, dass nicht bewusst zu einer Ausstellung geht, sondern mehr oder weniger überraschend und zufällig mit dieser Form von Kunst konfrontiert wird.

Virtual / Spaces
Der dritte Interaktionsraum, den das Festival bespielen wird, ist der virtuelle Raum. Das Internet hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem virtuellen Performance-Raum entwickelt, dem sich kaum noch jemand entziehen kann. Wer an den täglichen Gymnastikübungen in den sozialen Medien nicht teilnimmt, und auf das virtuelle Vorturnen verzichtet, hat kaum noch eine Chance irgendeine Form von Sichtbarkeit zu erzeugen.

KURATOREN
Die Kuratoren des Festivals sind, neben CAT Cologne, die Betreiber der Galerie ampersand (Falko Bürschinger), des W57 und der Galerie am Meer (Zalar Kalantar). Die Auswahl der Künstler richtet sich neben qualitativen Erwägungen nach der konzeptuellen Ausrichtung des Festivals, die unter dem Punkt “Interaktionsräume“ bereits beschrieben wurde.

ARTISTS
Felix Adam | Kimo Arbas | Banz & Bowinkel | Bergernissen | Florian Bittner | Borderless TV | Raphael Brunk | Julia Bünnagel I Rosalind Breen | Roxxy Chaos | Felix Contzen | Keren Cytter | Matthias Danberg | Dan Halter | Michael Heym | Philipp Hamann | Heidi Hörsturz | Sam Hopkins | M.R. Ketonge | Timofey Kratz | Kilian Kretschmer | Florian Kuhlmann | Khanyisile Mbongwa | Anna-Lena Meisenberg | Axel Pulgar | Evamaria Schaller | Roland Schappert | Pascal Sender | Pola Sieverding | Roman Szczesny & Hedda Schattanik | Reut Shemesh | Daphne Stahl | Viktoria Strecker | Joël Verwimp | Breeze Yoko

LOCATIONS KÖLN

Galerie ampersand
CAT Cologne
CAVE
HONDA
Ungefähr 5
Capri by night
Alte Feuerwache
Sankt Gertrud

LOCATIONS DÜSSELDORF

Galerie am Meer
LAGER3
Ex-Capitol Theater, Worringer Platz

Shuttle:

Während des Festivals ist in Köln eine Fahrrad-Rikscha im Einsatz; Treffpunkt für Mitfahrende ist zu jeder vollen Stunde vor CAT Cologne, oder nach Verfügbarkeit an den Stationen.

TERMINE // CAT Cologne // Juli

Screenings: Mittwochs, 5., 12., 19., 26. Juli 16-19 Uhr

Dinner Party: Mittwoch, 12. Juli, 19:30 Uhr rsvp: info@catcologne.org

KONTAKT

web: www.festival-play.de

Facebook: playfestivalkoeln

Instagram: play_festival

mail: info@festival-play.de

PROGRAMM CAT Cologne Parcours im Agnesviertel und um den Ebertplatz

Dan Halter (Simbabwe/Südafrika)

Ort: Ungefähr 5

Zeit: 30. Juni – 22. Juli

Halters Film ‘Untitled (Zimbabwean Queen of Rave)’, 2005, wird begleitet von dem unverkennbaren Dance Music Anthem der 90er Jahre ‘Everybody’s Free (to feel good)’. Die durchlaufende Versicherung der Club Diva Rozalla, ‘brother and sister, together we’ll make it through’ trägt zugleich durch das Bild und steht doch auch im Widerspruch zum Dargestellten. Zu sehen sind einerseits weiße Jugendliche, Protagonisten der Rave Szene der 90er Jahre, die auf offenen Feld und auf Trucks zu, aus riesigen Lautsprächern drängenden, Bässen tanzen. Dieser Eindruck fließt über in eine Straßenszene von Massenprotesten während der Apartheit in Südafrika und sorgt unmittelbar für Verunsicherung, während Rozella weiter vom Zusammenhalt singt. Ist eine solches Spiel mit gesampeltem Footage in Ordnung? Dürfen diese fundamental unterschiedlichen Szenarios von Menschenansammlungen vermischt werden? Doch zielt Halters Strategie der Montage und radikalen Konfrontation gerade auf die Sensibilisierung eines ‘dritten’ Sinnes. Obgleich der unterschiedlichen Motivationen und ideologischen Disparität, sind beide Gruppen doch in ihrem Wunsch nach einer alternativen Realität vereint. Beide Gruppen machen sich die pychologische Wirkung einer Massenbewegung zunutze und auch der Song unterstreicht diese Form des Gruppenbewusstseins.

In ‘Untitled (Painting)’, 2009, reduziert Halter das Dargestellte auf die Bewegung der dichten Körper. In ihrer Verlangsamung und Abstrahierung wirkt dieses Gruppenbild beinahe wie ein Muster, ein Strom oder ein gleichmäßiges Pochen. Die Dynamik der einzelnen Personen wird zu einer gemeinsamen Bewegung, das an ein gleichmäßiges, ruhiges, aber beständiges Atmen erinnert.

Borderless TV

Ort: Alte Feuerwache / Hof

Zeit: 30. Juni, 18-21 Uhr / 2. Juli, 14-20 Uhr

BorderlessTV ist eine Medienkollektiv, das von dem Künstler Felipe Castelblanco und einer Gruppe von Geflüchteten 2016 in Köln ins Leben gerufen wurde. Ziel der Initiative ist es, anhand von filmischen Dokumentationen, Reportagen und freien Filmformaten, die auf der webpage sowie bei öffentlichen Veranstaltungen zu sehen sind, ein Werkzeug zur Kommunikation innerhalb von in Köln aufgenommenen Flüchtlingen sowie zur Interaktion mit ihrem neuen Umfeld bereitzustellen. BorderlessTV bietet Flüchtlingen ein Angebot zur Teilhabe, zu eigenen Ausdrucksformen und zum gemeinsamen Engagement, wobei sowohl bereits im Medienbereich erlernte Tätigkeiten fortgesetzt sowie auch neue Fähigkeiten erlernt werden können.

Sam Hopkins & David Lalé (Kenia)

Ort: Alte Feuerwache / Ausstellungshalle

Zeit: 2. Juli, 14-20 Uhr

‘GZ Calling’, 2017, befasst sich mit Beziehungen und Verstrickungen zwischen China und Afrika. Die 3-Kanal Video Installation nimmt dabei die Perspetkive eines privaten Ermittlers ein, der damit beauftragt ist, Export-Märkte Ghuangzhous zu überwachen. Dabei werden Themen wie die Nachfrage von und Versorgung mit nachgeahmnten Produkten, die soweit gestiegen sind, dass sie mit westlichen Markennamen in Konkurrenz treten. Durch die Augen des Erzählers erscheinen riesige Kaufhäuser wie verstörende Orte kultureller Kollision und des Austauschs von Kopien und Fälschungen, Träumen und Paranoia. Basierend auf Interviews mit Ermittlern und Anwälten, die an vorderster Front aktueller Anti-Fälschungs-Betrebungen arbeiten, stellt GZ Calling den ersten Teil des Film- und Forschungsprojektes, The Qilin, dar (Ende 2017).

Khanyisile Mbongwa und Lindokuhle Nkosi (Südafrika)

Ort: Sankt Gertrud / Krypta

Zeit: 30. Juni, 18-21 Uhr / 2. Juli, 15-20 Uhr

‘Rotting Treasures’, 2014, ist ein Film von Khanyisile Mbongwa und Lindokuhle Nkosi. Er ist den 44 Männern gewidmet, die während des “Massakers von Marikana” als Folge des südafrikanischen Bergarbeiterstreiks 2012 ihr Leben verloren. Mit den Mitteln von Video, Tanz und Musik spricht ‘Rotting Treasures’ in neuer Erzählweise von dieser Tragödie und wirft Fragen zu Land und Boden- schätzen auf.

So if southern trees bore strange fruit, what do we call what comes out our ground?

What of our own rotting treasures?

What of the bleeding soil?

The rotting gold?

The diamonds of decay?

Breeze Yoko (Südafrika)

Ort: Sankt Gertrud / Krypta

Zeit: 30. Juni, 18-21 Uhr / 2. Juli, 15-20 Uhr

‘The Most Expensive Sunset‘, 2014, ist ein Kurz- porträt eines Jungen, der sich dazu entschieden hat, auf der Straße in Camps Bay zu leben. Dieser Stadtteil Kapstadts ist inzwischen zu einem glamurösen Ort geworden, an dem trainierte weiße Körper und teure Jachten zu sehen sind. Der Film hingegen feiert die Freiheit und den naturgegebenen Luxus, die Sonne und das Meer. Breeze Yoko arbeitet vorwiegend mit Graffiti und Film, seine Arbeiten zeugen von einer Form der Menschlichkeit und Schönheit, mit der sie ihr Umfeld in ein neues Licht rücken.

Joël Verwimp (Belgien) und Lindsey Drury (Kanada)

Ort: CAT Cologne

Zeit: 30. Juni, 18-21 /1. Juli, 14-22 /2. Juli, 15-20 Uhr

Die während des PLAY Festivals, gemeinsam mit dem Publikum, umgesetzte Performance ’Video from the inside of an action‘, 2017, stellt zugleich den Abschluss des Residenzprojektes ‘Rückwärts Filmen’ von Joël Verwimp dar. Hier geht es darum, Bewegungen filmisch darzustellen, wobei nicht das äußerlich Sichtbare, sondern das darüber hinaus Wahrnehmbare dargestellt werden soll.

from the inside you feel the outside (why else have a body?)

movement experiences the former to produce the latter

Partner:

mit freundlicher Unterstützung durch: