Sam Hopkins // “The Bike Gang” // Februar-März, Dezember 2016

Während seines Projektes befasste sich Sam Hopkins in mehreren Etappen mit den Bike-Communities in Nairobi und Köln – mit Subkulturen, die nationale, ethnische oder genderspezifische Identitäten überwinden.

Gibt es etwas Universelles am Fahrradfahren? Vielleicht eine Gefühlswelt die allen Fahrradfahrern gemeinsam ist – nicht nur Kurierfahrern und Profisportlern, sondern auch solchen Fahrern die das Rad nur als Fortbewegungsmittel nutzen. Inwiefern unterscheidet sich das Fahrradfahren in Köln und Nairobi? Gibt es eine universelle Fahrradkultur?

Gemeinsam mit John Kamicha und mithilfe von Strategien des kollektiven Filmemachens ging Hopkins der Frage nach, welche Bedeutung das Radfahren für eine Bike-Community aus Nairobi einnimmt. Das Fahrradfahren wir in diesem Zusammenhang weniger als Sport oder Fortbewegungsmittel begriffen, sondern vielmehr als Ausdruck einer exzessiven Lebensweise, welcher insbesondere mithilfe des “hanging” Ausdruck verliehen wird: Radfahren auf Schnellstraßen – im Windschatten von Lastwagen. “The Bike Gang” ist eine multi-screen Videoinstalla-tion in der dokumentarische und erzählerische Filmtechniken miteinander verbunden werden.

Im Rahmen des Projektes nahm Sam Hopkins an der Podiumsdiskussion “African Artivism. Art as Political Instrument” in Zusammenarbeit von CAT Cologne, dem Rautenstrauch-Joest-Museum – Cultures of the World (RJM), der Competence Area IV (CA IV) der Universität zu Köln, dem Heinrich-Barth-Institut und Stimmen Afrikas/Allerweltshaus, teil. Es wurde eine Performance organisiert, bei der zwei Fahrrad Teams simultan in Köln und Nairobi fuhren. Beide Teams fuhren eine Route in Form eines Unendlichkeitszeichens und filmten diese Fahrt. Diese Methode des „City mappings“ ist eine unter Bikern verbreitete Challenge. Die GPS Positionen und die beiden Filme wurden während der Performance live auf einem Split-Screen am Ebertplatz in Köln projiziert.

Eine Version des Filmes “The Bike Gang”, der dokumentarische und narrative Techniken miteinander verbindet, wurde schließlich als multi-screen Installation bei CAT Cologne und in der Akademie der Künste der Welt gezeigt. Die AdKdW veranstaltete im Rahmen der PLURIVERSALE zudem ein Gespräch zwischen Sam Hopkins und dem Kunsttheoretiker und Aktivisten Neil Cummings.

Termine | Dates

Freitag, 12. Februar, um 19 Uhr -> social night, artist talk

Sonntag, 10. April -> podium‘s discussion and performance “African Artivism. Kunst als politische Aktion” Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt (RJM)

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem RJM, der Competence Area IV (CA IV) der Universität zu Köln, dem Heinrich-Barth-Institut e.V., der Heinrich Barth Gesellschaft und Stimmen Afrikas/Allerweltshaus e.V. Köln organisiert. Begleitet wurde die Veranstaltung von einer Fahrrad-Performance, bei der jeweils ein Team von Fahrern in Köln und in Nairobi parallel zueinander eine durch ein Unendlichkeitszeichen vorgegebene Strecke abfuhren.

Mittwoch, 23. November, 19 Uhr -> filmscreening and conversation between Sam Hopkins and the art theorist and activist Neil Cummings in collaboration with PLURIVERSALE V at the Academy of the Arts of the World / Akademie der Künste der Welt ACADEMYSPACE, Herwarthstr. 3, 50672 Köln

24. November – 16. Dezember -> Ausstellung / Filmscreening / Projektabschluss

The Bike Gang, HD video, 30′, 2016, Swahili and English with English subs

 

 

Sam Hopkins (*1979, Rom) wuchs in Kenia und England auf, studierte Sprachwissenschaften und Geschichte in Edinburgh und Kuba; anschließend Bildende Kunst in Oxford und Weimar. 2006 kehrte er nach Nairobi zurück, wo er heute lebt und arbeitet. Hopkins bezeichnet seine Arbeit als kontextuell, indem er mit ihr auf das jeweils spezifische soziale und politische Umfeld reagiert. Hopkins‘ Methodik lässt sich dabei als dokumentarisch beschreiben. Wenn er sich mit kollektiver Erinnerung befasst, Geschichten, Charaktere und Elemente des täglichen Lebens und Erlebens beobachtet, hinterfragt und neu erzählt, überschreiten diese häufig auch die Grenze zum Lyrischen. Auf diese Weise erhalten seine Arbeiten den Charakter autonomer Kunstwerke. Gleichzeitig tragen sie zahlreiche Verweise und Referenzen an ihre Entstehungsgeschichte und häufig auch an urbane Strukturen in sich. Neben den aus diesen Einflüssen schöpfenden konzeptuellen Werkgruppen befasst sich Hopkins intensiv mit prozessorientierten und langfristigen Projekten, die auf partizipatorischer Ebene entstehen. Seit 2006 ist er Teil der im öffentlichen Raum agierenden Künstlerkollektive “usually4 collective” und “Maasai Mbili”, seit 2009 engagiert er sich für die Ausstellungsreihe “Urban Mirror”, mit Aktionen und Ausstellungen.

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